| Stuttgart Artikel aus den Stuttgarter Zeitung vom 15.03.2002 | ||
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"Tout Berlin" feiert Lauras Stuttgarter Kings Club Discothek nicht nur, aber vor allem für Schwule wird 25 |
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| von Daniela Mack | ||
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Rot muss es sein! Wenn eine Disco das unfassbare Alter von 25 Jahren erreicht, ist das unbedingt einen neuen sündigen Anstrich wert - erst in der Boa und jetzt im Kings Club. Seit gestern am frühen Abend und noch zwei Nächte lang wird dort groß Geburtstag gefeiert. Ein Meer von Blumensträußen, Küsschen, Fotos fürs Familienalbum: schon von 17 Uhr an haben gestern die Stammgäste mit Gastronomiekollegen und Freunden von Drogenhilfevereinen "ihre" Laura hochleben lassen. Seit 1989 ist Laura Halding-Hoppenheit die Chefin im Kings Club, und schon Jahre zuvor war die gebürtige Rumänin mit dem dramatischen "r" die Seele des Ladens. Stuttgarts Schwulenmutter feierte fast so etwas wie ein Familienfest mit Butterbrezeln, Käsewürfel und Wunderkerzen. "Ich will nicht lange reden, lasst uns drei Tage Party feiern." |
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Das Geburtstagsständchen sang Romy Haag für ihre "innige Freundin", obwohl sie "eigentlich gar keine Stimme" mehr hatte, wie sie klagte. Sie war bereits am Mittwoch aus Berlin zu neuen Songaufnahmen nach Stuttgart geflogen. "Ich liebe das Schwabenland irgendwie", bekannte die Chansonsängerin mit dem rauchigen Timbre, drei Räucherstäbchen in der Hand. Romy konnte im Kings Club "tout Berlin" treffen: Auch Harald Glöcker und Dieter Schroth vom Modelabel Pompöös leisteten Laura bei der Geburtstagsparty nur zu gern Gesellschaft. In Berlin gebe es keine vergleichbare Disco wie den Kings Club, sinnierte Glöckler, die Stadt sei zu groß und zu zerrissen. Der Kings Club in Stuttgart sei "einfach hipp" - und eine deutschlandweit einmalige Institution, vielleicht mit Ausnahme von Kais Bistro in München. Während Gastronom Bernd Heidelbauer oder George Bailey, Pianist beim Stuttgarter Ballett, viele Hände schüttelten, blieb Hotelier Thomas Bergmeister im Hintergrund. "Das war ein Wagnis", erzählte der Mann, der den Kings Club 1977 gegründet hat. Bis dato seien Schwulendiscos "kleine versteckte Buden" gewesen. Da sein Vorgängerlokal, der Club Chevalier in der Leonhardstraße aus allen Nähten geplatzt sei, habe er die nagelneue Disco, die nach sechs Monaten als Nobeladresse schon am Ende war, nur zu gern übernommen. "Die Eröffnung fand in aller Stille statt." Die Zeiten ändern sich. So lädt heute zuerst die Laura Filmproduktion um 22 Uhr zum Umtrunk. Danach wird La Bouche ihre neue Single "All I Want" vorstellen - als Frontfrau dieser Band wurde die bei einem Flugzeugabsturz getötete Sängerin Melanie Thornton berühmt. Und morgen versprechen dann die Münchner Jungs von Divaz Travestie vom Feinsten. |