Artikel aus RAINBOW

Für die Community in den Gemeinderat

von Tina Hartmann

Man tritt wohl niemanden auf die Zehen, wenn man Laura Halding-Hoppenheit als prominenteste und beliebteste Vertreterin der Gay Community in Stuttgart und weit über die Stadtgrenzen hinaus bezeichnet.

Seit über 20 Jahren sind ihre Läden "Kings Club" und "Laura" und nun auch das "Boots" für Schwule und Lesben Zufluchtsort, Heimat oder einfach ein Raum, in dem sie ungesört ihre Identität finden und leben können. Dass Schwule und Lesben heute wenigstens in Stuttgart mit großen Schritten auf die Mitte der Gesellschaft zusteuern, das ist auch Lauras Verdienst. Als dann in den 80er Jahren AIDS auftauchte, da war Laura von Anfang an für die Betroffenen da und ist es bis heute: in ihren Läden, in Gremien, auf Kongressen und in den Medien. Die AIDS-Hilfe Stuttgart hat Laura besonders viel zu verdanken. Sie hat durch alle ups und vor allem dur die zahlreichen downs zu uns gehalten. Und ohne sie hätten wir es vielleicht nicht auf den heutigen Tag geschafft.Ehrenmitgliedschaft und Landespositivenpreis sind da nicht viel mehr als ein feuchter Händedruck.

Nur konsequent und wenn man es sich genau überlegt, längst überfällig ist Lauras Entschluss, aus ihrer politischen Arbeit nun aktive Stadtpolitik machen zu wollen und dazu in diesem Jahr für den Gemeinderat zu kandidieren.Sie tut dies als parteilose Kandidatin, denn, so Laura: "Ich will Politik für Schwule und Lesben machen und dazu brauche ich keine Partei." Die Mitarbeiter und der Vorstand der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. drücken ihr für ihre Kandidatur alle verfügbaren Daumen.