| Stuttgarter Zeitung vom 27.1.2004 | ||
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Warme Häxle und ein kalter Händedruck |
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| von Daniela Eberhardt | ||
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Empfang der Stuttgarter Wirte
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Wenn alle Restaurants der Stadt so viel Zulauf hätten wie der Neujahrsempfang der Dehoga, dann müssten die Wirte anbauen. Von Jahr zu Jahr stömen mehr geladene Menschen aus allen Sparten:"Wir sind mit rund 600 Gästen an der Grenze angelangt", sagte die Vorsitzende Inge Klotzsche mit leichtem Stöhnen. auf neutralem Terrain musterten und grüßten sich politische Funktionsträger, Verwaltungsmenschen, Konsuln, Wirtschaftsbosse, Kulturbeauftragte und Stuttgarter Honoratioren. Mit Spannung wurde in der Alten Reithalle beim Sekt vom Rotenberg das erste Zusammentreffen von Oberbürgermeister Wolfgang Schuster und seiner Herausforderin Ute Kumpf erwartet, nachdem selbige ja am Donnerstag ihre Kandidatur erklärt hatte. Auf dem Weg zum Rednerpult kam der amtierende Rathauschef rein zufällig auf Schulterbreite an Ute Kumpf vorbei, ohne dass die beiden einander bemerkten. Stefanie Schuster erkannte die SPD-Frontfrau zuerst, und schließlich holte auch ihr Mann über den Stehtisch hinweg den Handschlag nach. Wie er war? "Kalt", meinte Ute Kumpf. Es mag am unwirtlichen Wetter gelegen haben. Das Scheegestöber habe ihre Frisurzerstört, fürchtete Trudel Wulle, unerschütterlich an der Seite ihres Mannes Walter Schultheiß. 54 Hare werden sie im Mai verheiratet sein. Ihr Rat: "Ihn nicht erziehen wollen - und ihm klar machen: Was Besseres kommt selten nach." Der britische Generalkonsul Mark Twigg und seine Frau Tanya erleben hektische Zeiten, bei all den Neujahrsempfängen, zu denen sie geladen sind. Und dann wäre da noch das kleine Problem mit den Anfangszeiten. "Wenn es in Grossbritannien in der Einladung |um acht Uhr| heisst, dann ist das auch so gemeint", erklärt der Konsul. Komme man in Stuttgart pünktlich, sei man manches Mal fast schon zu spät und alle Tische seien besetzt, und manches Mal erscheine ma viel zu früh. Zu den Gastronomen kommt man gerne ein halbes Stündchen eher. Denn nach den erfreulich kurzen Reden locken die Büfetts der Mitgliedsbetriebe. Und wo bliebe anders die Zeit für den Smalltalk? Vor dem Genuss von gebratenem Zander, Waldpilzsülze oder geschmortem Lammhäxle wettete die Herrenrunde, wer der nächste Bundespräsident wird. Namen wollte keiner nennen. Nebenan ging Discobetreiberin Laura Halding-Hoppenheit in die Offensive: "Ich kandidiere im Juni für den Stuttgarter Gemeinderat." Für die freie Liste, denn: "Ich will das machen, was ich schon immer getan habe: Schwulenpolitik. Dafür brauche ich keine Partei." Trotz unterschiedlicher Parteibücher parlierten die Abgeordneten von Bundes- und Landtag sovie Stadtäte freundlich miteinander. Die weite Welt vertraten Konsuln wie Pius Bucher, Mario Musella oder Georg Kieferle. Das Stuttgarter Flair besorgten die Gastronomen, etwa Erika Wilhelmer vom Stuttgarter Stäffele oder der dichtende Waldhaus-Wirt Günter Lemme, unterstützt von Messechefs, Brauereimenschen, Stadtkämmerern alt und neu... Nur Rentner Dieter Blessing (vormals Wirtschaftsbürgermeister) hatte es eilig: Er hastete weiter zur Lesung von Münchens OB Christian Uhde ins Café Scholz und von dort, wie einige Dehoga-Gäste auch, zum Neujahrsempfang der SPD ins Theaterhaus. |